| die Geschichte der Villa Sacro Cuore in Triuggio |
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Es ist eine schöne Geschichte.
Hier kann man vorfinden, was dank göttlicher Vorsehung die Wirren der Jahrhunderte überstanden hat. Weder die napoleonischen Gesetze, noch die Unterdrückungen des 19. Jahrhunderts reichten aus, die gewaltige geistliche Kraft dieser Villa zu zerstören.
Am 23. Oktober 1523 kaufte die Adelsfamilie Morigia diese Villa, zusammen mit 614 Ruten «im Land Zuchono Sancti Johanni, in der Pfarrei Aliate, im Herzogtum Mailand».
Am 24. März 1546, hinterließ der Erbe des Vermögens, Giacomo Antonio Morigia (1497-1546), der zusammen mit St. Antonio Maria Zaccaria (1502-1539) den Barnabitenorden gegründet hatte, einen Monat vor seinem Tod (am 13. April) die Villa und großteil seines Vermögens dem Barnabitenorden. Die Villa wurde das Gebets- und Studierhaus der Religionsgemeinschaft, die sich gerade hier auf ihre Missionsarbeit vorbereiteten, um das Evangelium im Land zu verkündigen.
Dieses Haus nahm auch St. Carlo Borromeo (1538-1584) auf: zum Andenken daran hängt heute noch ein Marmorschild mit einer lateinische Inschrift in der Adelskapelle im Erdgeschoß.
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Eine andere wichtige Persönlichkeit wohnte hier: der aus einer genuesischen Adelsfamilie stammende St. Alessandro Sauli (1534-1593), Sohn eines Senators in Mailand, Seelenführer von St. Carlo Borromeo und Niccolò Sfondrati, später Papst Gregor XIV.
St. Alessandro Sauli wurde zum Bischof von Aleria in Korsika gewählt, wo er das Glaubensleben, das sehr zu wünschen übrig ließ, reformierte; so bekam er den Beinamen Apostel von Korsika, und verteidigte die Insel gegen die Bedrohungen von seiten der Türken. Indem Papst Gregor XIV gehorchte, übernahm er 1591 das Bistum Pavia, wo er schon seit 1563 als Professor für Philosophie und Theologie wirkte. Von dort schrieb er am 13 Juli 1591 dem Pater Carlo Bascapé: “Wenn ich nach Mailand komme, werden wir uns in die Villa zurückziehen, und dort alles in Ordnung bringen, zunächst einmal den Bischofsitz von Pavia, der eher nach Religion “duften” soll statt nach Hof.”
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Die Villa beherbergte auch den Sekretär von Carlo Borromeo, den ehrwürdigen Carlo Bascapé (1550-1615), der, bevor er zum Bischof von Novara gewählt wurde, hier über das Leben von St. Carlo Borromeo schrieb: “Ich bin heute hier in die Villa gekommen, um das Leben des heiligen Kardinals [S. Carlo Borromeo] beschreiben zu können, nirgendwoanders könnte ich das tun”. So liest man in einem Brief von ihm. Die erste Ausgabe des Buches über das Leben von St. Carlo wurde in Bayern mit Unterstützung des Herzogs von Bayern herausgegeben: De vita et rebus gestis Caroli S.R.E. Cardinalis, tituli S. Praxedis Archiepiscopi Mediolani libri septem …, Ingolstadii, ex officina typographica Davidis Sartorii, 1592. Der Herzog verbreitete die von Bascapè geschriebene Lebensgeschichte des hl. Carlo Borromeo, er befahl sogar Bischöfen und Priestern des Herzogtums, sie zu lesen, damit Bayern noch fester an die katholische Kirche gebunden würde.
Auch der ehrwürdige Cosimo Dossena (1548-1620) wohnte in dieser Villa. Er hatte mit Ottavio Gonzaga unter Don Juans von Österreich gegen die Türken in Lepanto (1571) gekämpft. Er wurde ein Barnabit, Ordensgeneral und später Bischof von Tortona.
Häufig kam der größten Schriftsteller Italiens, Giuseppe Parini (1729-1799) zur Villa, um seine ehmaligen Lehrer zu besuchen. Die Barnabiten führten ihn zu seinen Belles Lettres hin.
Am 15. Aril 1805 wurde die Villa auf Napoleons Befehl hin geschlossen. Die Pater wurden vertrieben.
Von da an begann die Plünderung und der Verfall. Alles verschwand, wurde entweder geraubt oder verkauft. Aber Gottes Vorsehung wachte über allem.
Der Ing. Susani kaufte die Villa und gründete eine Seidenraupenzucht, später eine Spinnerei.
Am 3. Februar 1917 kauften dann die Jesuiten unter Pater Beretta di Sirone S.J. die Villa auf. Nach jahrenlanger Renovierung wurde sie am 4. Juni 1922 wieder eröffnet und erhielt den Namen Villa Sacro Cuore, Villa des Heiligen Herzens: zur Feier des Tages stellte man die 4,80 m. hohe Statue des Heiligen Herzens auf das Türmchen der Villa. Kardinal Ratti sollte eigentlich anwesend sein, aber erst wenige Monate vorher, wurde er zum Papst Pius XI ernannt. Die Jesuiten kümmerten sich von nun an um die Villa, unter ihnen der berühmte Pater Giorgio Bettan.
Seit 1984 gehört die Villa dem Bistum Mailand.
Nach einer weiteren Renovierung, im Februar 1987, begann die neue Geschichte der Villa: Ein Ort, an dem das Volk Gottes empfangen wird, um es dem Wort des Herrn näherzubringen; um zu lehren, das eigene Leben in Seinem Licht zu lesen (Kardinal Carlo Maria Martini).
Es ist eine schöne Geschichte. Die göttliche Vorsehung wollte, daß diese Villa, nach den Wirren verschiedener Jahrhunderte, noch ein Gebetsort, ein Ort, wo Ideen entstehen und das Leben gefeiert wird, bleibe.
Kardinal Dionigi Tettamanzi feierte am 27 Juni 2003 den Heiligen Herzenstag hier in dieser Villa. In der Homilie hat er dem Herrn für dieses größe Geschenk im Bistum Mailand gedankt.
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